
Bio ist gesund, Bio sollte jeder kaufen und doch sind es die Preise, die den Verbraucher davon abhalten, Bio-Produkte zu kaufen. Sicherlich ist jeder Mensch daran interessiert, dass Tiere artgerecht gehalten werden und die Umwelt geschont wird. Doch wirklich tief in die Tasche greifen möchte niemand beziehungsweise können die meisten auch kaum noch. Die Bio-Produkte sind wirklich nicht ganz billig und bewegen sich zwischen 40 und 50 Prozent über dem Normalpreis. Fleischliebhaber, die auf Bio umstellen möchten, müssen hierbei gleich mit einem Aufpreis von bis zu 100 Prozent rechnen. Dies ist im Normalfall auch bezahlbar, denn wer muss eigentlich jeden Tag Fleisch essen? Bio-Haushalte geben in der Regel weniger Geld für ihre Lebensmittel aus, als die Haushalte, die konventionell hergestellte Lebensmittel bevorzugen. Wer nur ein Mal oder maximal zwei Mal die Woche Fleisch isst, gibt daher automatisch weniger Geld aus. Die Frage, wieso konventionelle Lebensmittel so billig produziert werden können, stellt sich hierbei ganz besonders. Denn durch die günstigen Preise greift man automatisch mehrmals in der Woche zu Fleisch, Süßigkeiten oder auch Alkohol.
Bereits seit einigen Jahrzehnten zeigt sich, dass die Erhöhung der Nahrungsmittelpreise unter dem der allgemeinen Lebenshaltungskosten liegt, was den Verbraucher natürlich freut. Allerdings haben die Bauern das Nachsehen, denn Erzeugerpreise fallen, die Ausgaben für die landwirtschaftlichen Betriebsmittel bleiben jedoch gleich hoch. Manch kleiner Bauernhof musste daher aufgeben und es hat ihn letztendlich die Existenz gekostet. Nur die größeren Betriebe konnten weiter existieren. Weiter geriet auch die Lebensmittelindustrie unter Druck, denn sie war gezwungen, Rohstoffe so billig wie möglich einzukaufen. Dies geschah in Europa und auch weltweit, denn im Süden und Osten Europas sowie in zahlreichen Entwicklungsländern kann billig produziert werden. Weiterhin führte ein ruinöser Wettbewerb im Lebensmittelhandel ebenfalls zum Preisverfall. Doch letztlich bringt dies alles negative Schlagzeilen, die den Menschen in den vergangenen Jahren immer mehr schockiert hat. Hormone und Antibiotika, BSE, Salmonellen, Gammelfleisch und noch vieles mehr sind die negativen Begleiterscheinungen. Die Folgekosten, um aus dieser Misere herauszukommen, zahlt am Ende doch wieder der Steuerzahler, was die vermeintlichen günstigen Lebensmittel sehr teuer kommen lässt.
Bio bedeutet Lebensmittelerzeugung im Einklang mit Mensch, Tier und Umwelt – dahin muss der Mensch wieder zurück.